Vintage Car Graveyard (SWE)

Die größte Gefahr im Straßenverkehr sind Autos, die schneller fahren, als ihr Fahrer denken kann. Robert Lembke I August 2014

Tief im Wald versunken liegt er, der Heilige Gral unter Autoliebhabern. Einer der letzten großen europäischen Autofriedhöfe. Etwas mehr als 100 Autos aus den 30er bis 60er Jahren rosten hier vor sich hin und warten darauf bis der Boden sie verschlungen hat. Einen solchen Ort treffend zu beschreiben ist gar nicht so einfach. Mystisch, verwunschen, romantisch, trostlos, skurril, abenteuerlich – irgendwie passt da alles. Leonard Nimoy alias Mr. Spock hätte ihn wohl treffend mit “Faszinierend!” beschrieben.

Das letzte Autowrack fand seinen Weg bereits in den 70er Jahren hierher. Seitdem wurde nur noch mit den vorhandenen Autos bzw. Einzelteilen gehandelt. Eigentlich wollte die umweltbewusste Bevölkerung den Schrott schon längst entsorgt haben, mittlerweile ist der Ort aber demokratisch legitimiert worden. Bis die letzten Autowracks verschwunden sind wird es also wohl noch eine Zeit lang dauern. Die Frage ob die Natur dabei den größeren Anteil haben wird oder der Mensch, muss man sich aber nicht stellen, denn vielen der Besucher scheint der kulturhistorische Wert dieses Ortes nicht bewusst.

Den Kindern die mit ihren Familien dort sind und diesen Ort als Abenteuerspielplatz sehen, überall umher klettern und auf den Dächern der Autos umherspringen kann man wohl nur wenig Vorwurf machen. Eher denen die der Meinung sind ein kleines Andenken für zu Hause wird nicht schaden. Als der Besitzer seine Kostbarkeiten zum Ende des letzten Jahrhunderts zurück ließ waren viele der Autos noch in einem sehr guten Zustand. Mittlerweile sieht man an allen Autos fehlende Teile – Reifen, Motorhauben, Armaturen.

Was der ehemalige Eigentümer wohl selbst zu seinem Lebenswerk heute sagen würde, dem Ort wo er Jahre lang geschuftet hat um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und an dem sich heute so viele Menschen erfreuen. Noch heute Monate später bin ich von diesem Ort absolut begeistert und erzähle gern von den gesammelten Eindrücken. An diesem riesigen Ort auf und ab zu laufen und immer wieder das Gefühl zu haben neues zu entdecken war einfach schön. So muss man dem Hausherren wohl auch irgendwie danken für diesen Ort, ädla far från mossen.


















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