Stattbad

Mai 2015

„All Palaces are Temporary Palaces“
Robert Montgomery

Als Robert Montgomery 2012 seine Ausstellung “All Palaces” in Berlin zeigte, haben wohl die wenigsten damit gerechnet, wie begrenzt die Zeit des Stattbad’s sein wird und wie Recht er mit seiner Leuchtskulptur „All Palaces are Temporary Palaces“ behalten sollte. Vier Jahre später ist die ehemals für Musik, Kunst und Kultur international bekannte Location nicht nur geschlossen, sondern bereits zu großen Teilen abgerissen.

Die vom Architekten Ludwig Hoffmann entworfene und 1907 eingeweihte Volksbadeanstalt, diente Anfangs den zahlreichen Fabrikarbeitern in der Umgebung, denn die Mietshäuser wurden damals ohne Duschen und Badewannen ausgestattet. Es entstand ein großes Becken für die Männer und ein kleines für die Frauen. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Hauptgebäude schwer beschädigt, aber bereits in den 50er Jahren wieder aufgebaut bis der Badebetrieb 1999 endgültig eingestellt wurde.

Nach kurzem Leerstand wurde das STATTBAD Wedding mit der Ausstellung „No more sugar for the monkeys“ neu eröffnet und erlangte in kürzester Zeit einen angesehenen Ruf. Als Eventlocation zog das Gebäude durch seine erhalten gebliebene 60er Jahre Ästhetik zahlreiche Künstler an. In den oberen Etagen gab es dauerhaft genutzte Ateliers und Studios, die beiden trocken gelegten Schwimmbecken wurde für Ausstellungen, Konzerte und Partys genutzt, am bekanntesten wurden dabei die STATTNÄCHTE mit seinen zahlreichen namhaften Djs.

Die hier gezeigten Fotos sind Mitte Mai 2015, kurz nach der Schließung wegen fehlender Gebäudesicherungsmaßnahmen entstanden. Jochen und seine Mitarbeiter ahnten an diesem Tag noch nicht, dass sie ihren letzten Arbeitstag an diesem Ort bereits hinter sich hatten. Mittlerweile steht nur noch die abgehangene Fassade des Gebäudes, geplant sind hier aber bereits neue Paläste, aktuell wohl Studenten-Apartments.

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