Schloss V.

Der Mensch kann sich besser in einem kleinen Häuschen einrichten als in einem riesigen Schloß. Lew N. Tolstoi. I Oktober 2014

Manchmal ist es gar nicht so einfach über einen Ort zu schreiben den man besucht hat. Gerade wenn der Besuch schon sechs Monate zurück liegt und auch nicht so viel über den Ort verraten werden soll. Es war einer dieser ganz tollen warmen Herbsttage, wo einem fast das Gefühl kommt es würde schon wieder Frühling werden. Da standen wir nun zu dritt im Hof und bewunderten dieses im Renaissance Stil erbaute Schloss. Wenn ich unterwegs bin dann lasse ich die Orte gerne auf mich wirken, möchte sie voll und ganz wahrnehmen. Das kann dann schon mal eine Weile dauern bis ich die Kamera überhaupt heraushole. Hier hat alles ganz lange gedauert.

Schon weit vor dem 10. Jahrhundert hat man hier angefangen die ersten Gebäude zu errichten. So kann man die verschiedenen Epochen und Baustile an den einzelnen Gebäude gut erkennen, überall gibt es Jahreszahlen die an die Einweihung erinnern, Verzierungen und kleine Ausschmückungen. Ein romantischer Brunnen direkt vor dem Haupteingang und eine kleine Sitzecke umringt von Sträuchern und Bäumen. Ein Ort an dem ich gerne mehr Zeit verbracht hätte, der eine absolute Ruhe und Gemütlichkeit ausstrahlte, weitab der schnellen bunten Gesellschaft.

Auch im inneren der Gebäude gab es viel zu entdecken, ein großes lichtdurchflutetes Treppenhaus und vor allem viele Räume mit Holzverkleidungen und Kaminen. In der zweiten Etage war es dann jedoch im wahrsten Sinne des Wortes wie verhext. Überall waren Fußböden herausgerissen und es lag Bauschutt herum. Laut eines Ortsansässigen hatte dort einmal ein übereifriger und untalentierter Handwerker begonnen die Räume zu restaurieren, jedoch aufgehört als es an die Investitionen ging.

Bis auf die Küche, das Bad und ein altes Klavier gab es an Einrichtung leider nicht mehr viel zu sehen. Besonders das Klavier scheint es jedoch den ganzen Gestaltern angetan zu haben, zumindest deuteten schleif Spuren auf dem Fußboden darauf hin. Zum Schluss haben wir noch außerhalb des Geländes einen kleinen Spaziergang gemacht, diesen schönen Tag ausklingen lassen und die Aussicht ins Tal genossen.






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