Kaserne am Gloinebach

Mai 2015

Als ein kleines Bauerndorf wird Gloine erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt, damals noch unter dem Namen Dulgeziz. Siedler slawischen Ursprungs die dem damaligen Kurfürsten hilfreiche Kriegsdienste geleistet hatten wurde hier aus Dankbarkeit ein kleines Stück Land zugeteilt. Anfangs lebten sie noch von der Jagd bzw. dem Fisch- und Krebsfang, denn die Gegend an der Gloine war in der ansonsten kargen Heide ein Sumpfgebiet. Durch Entwässerung konnte aber im Laufe der Zeit Ackerbau betrieben werden. Nachdem das Dorf 200 Jahre eine Wüstung war errichtete man eine Kirche und das Dorf wuchs auf 16 Gehöfte an.

Während des 30. Jährigen Krieges (1618/48) und des dritten napoleonischen Krieges (1806/07) wurde das Dorf zweimal komplett zerstört, doch dank der fleißigen Bewohner wieder aufgebaut. So lachte man 1892 als das Gerücht aufkam, das Dorf solle einem Schießplatz weichen. Doch das Gerücht sollte nicht verstummen und bereits 1896 war das Dorf menschenleer und der Schießplatz errichtet. Im folgenden Jahrhundert wurde mehrere kleine und große Lager rund um den Schießplatz errichtet. Während der russischen Besetzung ab Mai 1945 haben in den Lagern um den Übungsplatz zeitweise bis zu 60.000 Menschen gelebt. Die Kirche die man einst noch hatte stehen lassen wurde in den Jahren bei Schießübungen zerstört.

Das folgende Lied entstand während der Besuche des letzten deutschen Kaisers Wilhelm der II zu den jährlichen Kaisertagen.

Altengrabow tief im Sande, scheint die Sonne glühend heiß,
wo so manchem jungen Krieger, von der Stirn rann der Schweiß.
Und des Morgens in der Frühe geht es schon bergauf, bergab.
Und es ruft der strenge Hauptmann „Marschrichtung der Gloinebach!“
Gloine selbst ist längst zerschossen; traurig steh’n noch Reste da.
Und das Kirchlein mit dem Kreuze steht noch zur Erinn’rung da.
Dort in Gloine, die alte Mühle, wo so manches Korn gemahl’n,
Wo so mancher junger Krieger oft hat seinen ersten Schuss getan.
Und von Gloine bis nach Klitsche und von dort nach Briesenthal,
Mussten wir mit vollem Affen Laufschritt machen manches mal.
Und des Mittags in der Küche hat man dann an uns gedacht,
Denn es wurde uns zur Stärkung Dörrgemüse zurechtgemacht.

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