Friedhofsbahn

„Der Tod ist nichts Schreckliches. Nur die fürchterliche Vorstellung vom Tode macht ihn furchtbar.“ Epiktet I Februar 2014

Die noch heute unter dem Namen Friedhofsbahn bekannte Bahnstrecke wurde am 2. Juni 1913 eröffnet. Die eingleisige, knapp 4 Kilometer lange Bahn verband einst Berlin-Wannsee mit dem Südwestfriedhof in Stahnsdorf. Erbaut wurde sie im Auftrag der Evangelischen Kirche, da der Platz für Friedhöfe zu Anfang des 20. Jahrhundert in Berlin immer knapper wurde.

Sie transportierte neben den Friedhofsbesuchern auch die Särge der Toten, was ihr auch unter anderem den Name Totenbahn einbrachte. An der Endstation in Stahnsdorf gab es dafür zwei separate Ausgänge. Die Kosten von 1,28 Millionen Reichsmark wurden damals von der Kirche aufgebracht, im Gegenzug betrieb die Bahnverwaltung die neu erschlossene Verbindung.

Am Ende des zweiten Weltkrieges musste der Bahnverkehr aufgrund der Zerstörung der Brücke über den Teltowkanal für drei Jahre unterbrochen werden. Zur Überführung der Toten wurde die Bahn jedoch auch nach dem Neubau nur noch bis 1952 genutzt. Mit dem Bau der Berliner Mauer bzw. der Abriegelung der Grenze durch die DDR am 13. August 1961 wurde der gesamte Bahnverkehr eingestellt.

In den folgenden Jahren wurde die Bahnanlage fast vollständig abgebaut. Auch die Gebäude an den Haltestellen wurden abgerissen. Der Einigungsvertrag von 1990 zwischen DDR & BRD sah zwar vor, dass Bahnstrecken, die durch den Mauerbau unterbrochen wurden, wieder hergestellt werden sollten. Eine Umsetzung bzw. ein Anschluss an die S-Bahnstrecke in Teltow ist bis heute jedoch nicht vorgesehen. 2013 gab die Deutsche Bahn bekannt die Brücke über den Teltowkanal aufgrund von Verkehrsunsicherheit abzureißen.

Endstation am Stahnsdorfer Friedhof

* Südwestkirchhof *




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